GESCHICHTE

Unsere Unternehmensphilosophie hat sich über Jahrzehnte entwickelt. Jede Generation hat ihren Abschnitt geprägt und Wesentliches zum Erfolg in der über 85-jährigen Geschichte des Unternehmens beigetragen. Heute beteiligen wir uns aktiv an der weltweiten Standardisierung von elektrischen Betriebsmitteln für explosionsgefährdete Bereiche. Mit den internationalen Standards stellen wir uns erfolgreich den wachsenden Herausforderungen im Markt.

September 1932. Mitten in einer weltweiten Wirtschaftskrise entschliesst sich Albert Thurnherr, im Basler Neubadquartier ein Elektro-Installationsgeschäft zu übernehmen. Bereits früher hat er verschiedene elektrothermische Apparate wie Wasserkocher, Heizplatten und Bügeleisen hergestellt und hat daher einige Erfahrungen als Unternehmer. Aber die Zeiten sind hart, und die überall herrschende Arbeitslosigkeit lastet schwer auf dem jungen Unternehmen. Dank der Installationsabteilung gelingt es Albert Thurnherr, sich einigermassen über Wasser zu halten. Trotzdem versucht er, die Entwicklungen eigener Erzeugnisse voranzutreiben. So fällt in diese Zeit die Installation elektrischer Glockenantriebe für Kirchen. Auch das Fabrikationsprogramm für Elektrowärme wird laufend ausgebaut. Kaum sind die Krisenjahre einigermassen überwunden, türmen sich neue Schwierigkeiten auf: Der Zweite Weltkrieg steht vor der Türe. Dank dem unermüdlichen Arbeitseinsatz seines Sohnes Paul Thurnherr präsentiert sich zu Kriegsbeginn ein ansehnliches Fabrikationsprogramm. Nachdem die Behörden die Zuteilung von Kochgas rationiert haben, finden thuba-Kochplatten und -Kleinboiler reissenden Absatz.

1948 wird die Einzelfirma Albert Thurnherr in die Familienaktiengesellschaft Gebrüder Thurnherr AG umgewandelt. Im Laufe der Jahre sind die thuba-Erzeugnisse weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt geworden. Bereits 1955 erhielt Paul Thurnherr das erste Schweizer Zertifikat für eine explosionsgeschützte Fassleuchte. Anfangs der siebziger Jahre entschliesst man sich, die Installationsabteilung aufzuheben und sich ausschliesslich der Fabrikation zu widmen. Inzwischen ist mit Peter Thurnherr die dritte Generation am Geschick der Firma beteiligt. Mit der tatkräftigen Unterstützung seines Vaters Paul Thurnherr hat er 1977 die Geschäftsführung übernommen. Leider ist Paul Thurnherr 1984 allzu früh gestorben.

Die Sicherheitsvorschriften des Schweizerischen Elektrotechnischen Vereins (SEV), «Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche» gelten in der Schweiz seit 1978 und entsprechen den Regelungen in Westeuropa. Peter Thurnherr arbeitet sowohl in der nationalen als auch in den internationalen Normengremien (TK 31 Elektrische Betriebsmittel für explosionsgefährdete Bereiche) als Experte mit.

Was der Vater begonnen hatte, setzte der Sohn konsequent fort. 99 Prozent des Umsatzes erzielt die thuba AG heute mit dem Explosionsschutz. Die Kunden kommen hauptsächlich aus der Chemie, der Verfahrenstechnik und dem Maschinenbau. Diese Firmen haben ein gemeinsames Problem: Sie arbeiten in explosionsgefährdeten Bereichen, in denen sich leicht Gase, Dämpfe und Nebel bilden können. Kommt ein elektrischer Funke mit dem explosionsfähigen Gemisch in Berührung, kann es zu einer Explosion kommen. Die Quellen für den zündenden Funken sind vielfältig. Nur schon die vielen Elektromotoren, die Pumpen, Ventilatoren und Förderanlagen antreiben, erhöhen die Gefahr. Elektrische Heizungen, die Prozesswärme für die Produktion liefern, erhöhen das Risiko. In der Zwischenzeit sind nicht nur die gasexplosionsgefährdeten sondern auch die staubexplosionsgefährdeten Bereiche in der Richtlinie enthalten. Damit wurde neu ein Normwerk geschaffen, welches sämtliche Aspekte des Explosionsschutzes umfasst.

Der vollständigen Übernahme des Unternehmens 1990 durch Peter Thurnherr wurde auch die Organisation angepasst: Eine Holding-Struktur trägt den aktuellen Gegebenheiten Rechnung und erlaubt eine optimale Abstimmung zwischen den Wünschen der Kunden und den verschieden gelagerten Aktivitäten.

In der breiten Palette der elektrischen Betriebsmittel suchte sich die «thuba» eine Nische und konzentrierte sich auf massgeschneiderte Lösungen im Bereich des Explosionsschutzes. Dass kleine Firmen punkto Wissenstand die Nase vorne haben können, belegen die verschiedenen Fachpublikationen, die die thuba-Gruppe jährlich auf den Markt bringt. Daneben legt das Unternehmen Wert auf eine möglichst vollständige Dokumentation. «Damit können wir beim Kunden Vertrauen erzeugen, und Vertrauen ist für uns das wichtigste Argument.»

Die thuba-Gruppe mit 36 Angestellten liefert heute in die ganze Welt «massgeschneiderte Lösungen» auf dem Gebiet des Explosionsschutzes in den Bereichen Energieverteilungs-, Schalt- und Steuergerätekombinationen, der industriellen Elektrowärme, den Rohr- und Tankbegleitheizungen, den Hand- und Maschinenleuchten, Spezialleuchten (faseroptisches System) und Installationsmaterial. Die Produktion teilen sich die thuba AG und die thuba EHB mit dem Ziel, zusammen mit unseren Partnern eine umfassende Lösungspalette auf dem gesamten Gebiet des Explosionsschutzes anbieten zu können.

1955 fertigte die thuba AG erstmals eine explosionsgeschützte Fassleuchte. Damals wurden nationale Normen zu Grunde gelegt, von einer Harmonisierung bzw. dem Abbau von Handelshemmnissen war noch keine Rede. Da sich die Firma damals schon mit der industriellen Elektrowärme befasste, lag der Schluss nahe, in den Sechzigerjahren auch explosionsgeschützte Heizungen in das Fabrikationsprogramm aufzunehmen Zusammen mit der Einführung der CENELEC-Normen wurde die Produktepalette um Thermostate und Steuerungen erweitert.

Erst 1975 erliess der Rat der Europäischen Gemeinschaft Explosionsschutz-Rahmenrichtlinien. Durch die CENELEC, das Europäische Komitee für die elektrotechnische Normung, wurden die erforderlichen europäischen Normen für elektrische Betriebsmittel zur Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen erarbeitet. Die auf dieser Grundlage erarbeiteten Normen EN 50014 bis EN 50020 wurden von den Mitgliedsländern der CENELEC im Jahre 1980 in das jeweilige nationale Normenwerk übernommen.

Bereits Ende der Achtzigerjahre war absehbar, dass die gültigen Regelungen einer neuen Richtlinie weichen mussten. Die Richtlinie 94/9/EG des Europäischen Parlamentes und Rates vom 23. März 1994 zur Angleichung der Rechtsvorschriften der Mitgliedsstaaten für Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemässen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen ersetzte nach einer 7-jährigen Übergangsfrist am 1. Juli 2003 sämtliche bisher auf europäischer Ebene bestehenden Richtlinien zum Explosionsschutz. Diese Richtlinie beinhaltet als Neuheit, dass nicht nur elektrische, sondern auch nicht-elektrische Betriebsmittel zur Zündquelle werden können. Zusätzlich gilt die Richtlinie neu auch für gas- und staubexplosionsgeschützte Bereiche.

Im Januar 2000 erschien im Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaft eine zweite wichtige Richtlinie zum Thema Explosionsschutz: Die Richtlinie 1999/92/EG vom 16. Dezember 1999 enthält die Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphären gefährdet werden können. Diese Richtlinie hat denselben Umsetzungstermin wie die Richtlinie 94/9/EG. Beide Richtlinien zusammen bilden die Schutzmassnahmen für explosionsgefährdete Bereiche. Damit ist eine Anerkennung der EG-Baumusterprüfbescheinigungen in den Mitgliedstaaten der EU sowie in Norwegen und der Schweiz gewährleistet.

Bei der Erarbeitung und der Pflege von Normen übernimmt die «International Electrotechnical Commission IEC» mehr und mehr die Federführung. Damit ist eine Anwendung und Harmonisierung der bestehenden Normen über den Raum der Europäischen Union hinaus gewährleistet. Der Explosionsschutz als Ganzes gehört heute zu den bestharmonisierten Bereichen der Technik. Zusätzliche Unterstützung wird durch bilaterale Abkommen zwischen europäischen Prüfstellen (benannte Prüfstelle) gewährt, pflegen diese doch eine Zusammenarbeit mit der «Underwriters Laboratories UL» und der «Factory Mutual FM» in den USA, dem «National Supervision and Inspection Centre for Explosion Protection and Safety of Instrumentation NEPSI» in Shanghai, China, und der «Technology Institution of Industrial Safety TIIS» in Tokio, Japan.

Unser oberstes Ziel bestand darin, nicht nur zeitgerecht alle Anforderungen der Richtlinie zu erfüllen, sondern auch in den unterschiedlichen Gremien der IEC mitzuarbeiten und die Prüfstellen zu unterstützen. Als wahrscheinlich kleinstes Unter­nehmen haben wir uns in den wichtigsten Gremien etabliert.